Joachim Rahmann · SPD Neukölln

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Joachim Rahmann, SPD Neukölln

Der Angriff auf den CSD.

Der Anschlag gestern Nacht auf den CSD macht fassungslos. Stundenlage Freude, Musik, Tanz, Ekstase, Vielfalt und Farbenfreude durchbrochen von einem fanatisch hassenden, islamistisch verblebendeten Menschen. Was kann man tun? Den Sicherheitskräften den Rücken stärken, die den Täter finden werden. Klar. Den Hass nicht auf sich überschwappen lassen. Sich vergewissern, dass Miteinander und Menschlichkeit auf Dauer immer stärker sein werden. Also heute auf eine der Gedenkveranstaltungen gehen. Aber auch: ernst nehmen, dass so eine Tat, nie aus dem Nichts entsteht. Widersprechen wir, wenn sich in der Familie, auf der Arbeit oder im Sportverein jemand in Rage redet im Hass auf Schwule oder Lesben, auf Transpersonen, auf alle oder manche, die nicht ins Hetero-Schema passen. Widersprechen wir genauso, wenn sich der Hass auf andere Gruppen richtet. Widersprechen wir auch, wenn so ein Fanatiker sich als besonders guter Muslim inszenieren will – oder wenn Menschen behaupten, der Attentäter steht für die Muslime in Deutschland. Ja, der IS bezieht sich auf den Islam. Genauso wie sich ein Anders Breivik auf das Christentum bezieht. Deshalb ernsthafte Auseinandersetzung mit den ideologischen Hintergründen, mit Sympathisantenkreisen und möglichen Hintermännern. Aber niemals den Hass von Einzelnen wichtiger nehmen als die Lebens- und Glaubensrealität von Millionen von Menschen. Und machen wir nicht die Fehler, die nach früheren Terror-Taten passiert sind. Nach den Anschlägen am Breitscheidplatz oder in Hanau haben sich die Opfer und ihre Angehörigen oft allein gefühlt. Wer Opfer eines Anschlags wird, braucht mehr als Solidarität am Tag danach. Sie brauchen dauerhafte Empathie und leider oft auch psychologische Betreuung, Reha und eine echte Opferentschädigung. Für mehr Gemeinsamkeit, Anteilnahme und sichtbare Lebensfreude. Gegen Instrumentalisierung, Verharmlosung und Vereinzelung. 🏳️‍🌈🏳️‍🌈🏳️‍🌈

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— Joachim Rahmann, SPD Neukölln

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